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Und die Sprache? Naja, ich versteh schon das meiste, aber drei Stunden hintereinander bei einem Prof sind schon zäh, und ich muss mich halt voll konzentrieren um alles zu verstehen. Und sie reden so schnell und schlucken die Hälfte der Wortenden usw. aber ich denke für die 2. Woche bin ich gar nicht schlecht. Ich hab mit anderen Erasmus- Studenten geredet, und manche, z.B. meine Mitbewohnerin, versteht gar nichts.
Beim telefonieren geht’s manchmal ganz schlecht, ich versteh die Leute besser wenn ich sie anschauen kann, und bestimmte Dialekte gehen fast gar nicht. Da heißt’ s dann halt entweder 5 Mal nachfragen oder lächeln und „Si, Si“ sagen… wobei die letztere Version auch in die Hose gehen kann( im wahrsten Sinne des Wortes). Por ejemplo: Vor einigen Tagen war ich mit Monika in einem Park, wir saßen gemütlich in der Sonne und haben geredet, da kommt ein sehr alter Herr und grüßt uns und setzt sich neben uns. Wir, höfliche und gebildete Kinder, grüßen und lächeln. Er sagt irgendwas und zeigt in die gegenüberliegende Richtung- wir verstehen es beide nicht (weil der gute Mann nur mehr drei Zähne im Mund hat) und lächeln… Er geht, kommt wieder, setzt sich wieder zu uns und will uns beiden die Hand geben und Küsschen geben, und zeigt in die Richtung der Bäume vor uns und wir waren schon etwas genervt aber wollten nicht unhöflich sein, eher auf „Genug jetzt, wir wollen nur unsre Ruhe, genug“ usw.. Er geht wieder und wir glauben schon wir sind ihn los, da kommt er noch mal, schaut uns an, grinst, legt sich unter die Bäume auf die er vorher gezeigt hatte und fährt mit einer Hand in seine Hose… Erst da haben wir verstanden, dass der Irre anfangs gemeint hatte wir sollten uns zu ihm legen, und wir Idioten haben gelächelt… Natürlich haben wir uns schnellstens aus dem Staub gemacht. Gänsehaut vor Graus und Lusthemmung für das nächste halbe Jahr. Great! -Also ja, Irre gibt es überall… und deshalb (MERKE!) ist das mit dem Lächeln und so tun als ob man verstehen würde NICHT immer die beste Lösung…
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Also abgesehen von dieser Geschichte gefällt es mit hier sehr gut! Die Temperaturen spielen zwar verrückt, also das heißt nachts und morgens sehr kalt (5 Grad) und mittags dann um die 18 Grad, was mir eine gescheite Verkühlung beschert hat. Die Uhrzeiten sind hier doch sehr anders: Vormittag läuft von halb 10 bis 2 (Bank, Büros) oder 3 Uhr , Mittagessen zwischen 2 und halb 4, dann Siesta, d.h. die Straßen sind leer, kleinere Geschäfte geschlossen, erst gegen 5, halb 6 füllen sich die Straße wieder, zwischen 7 und 8 ist extrem viel los (wir wohnen in einer Einkaufsstrasse- hier merkt man von der ökonomischen Krise Spaniens jedenfalls nix!) und zwischen 9 und 10 Uhr gibt’s das Abendessen. Am Wochenende geht’s extrem auf: Vor 1 Uhr kann man jede disco-ähnliche Institution vergessen, die Spanier/innen glühen üblicherweise in einem Park oder bei den momentanen Temperaturen eben in den Wohnungen oder kleinen „Cervezerías“ (Bier- Bar) oder „Chupitería“ ( Schnapslokal) vor, und gehen erst gegen frühestens halb 12 aus dem Haus- kommen aber auch erst bei Sonnenaufgang heim…
Apropos Party: Ich muss mich weitgehend von Erasmus- Parties fernhalten und in das echte spanische Leben eintauchen, weil bis jetzt hab ich wenige Spanier kennengelernt- einige auf der Uni und sehr wenige beim Fortgehen. Ich hab in den ersten Tagen auch meine zwei Salamanca- Bekannten getroffen: die Mari, die in Wien auf Erasmus war und die ich durch einen gemeinsamen Bekannten kenne, und Oscar, den ich letzten Frühling durch Facebook kennen gelernt hab und der mir am Anfang mit den Kursen geholfen hat und der sich als sehr angenehmer Typ entpuppt hat. Ansonsten kann ich von den Spaniern nur sagen: Alles sind sehr hilfsbereit und nett, die Mädels meist sehr aufgetakelt. Und die spanischen Männer? Naja hab ich mir ein bissl anders vorgestellt, meistens sind sie klein (!) und zwar sympathisch, aber sehr ökonomisch denkend: wenn sie merken, dass ein Mädel einen Freund hat (das wird dann auch gleich mal gefragt) oder dass da nix läuft (ja- auch das wird gefragt: alla „ dann wirst du mich heute wohl küssen“), drehen sie sich leicht beleidigt um und gehen, natürlich nicht ohne dir zu versichern, was du dir grade ENTGEHEN lässt… Sehr stolze Herren, ja! Aber das war eben auf den zwei bisherigen Erasmus- Parties so und wahrscheinlich haben die Spanier den Eindruck, alle Erasmus- lerINNEN wären Freiwild, und manche Spanier kommen auf der Suche nach Besagtem eben zu diesen Parties. Ist nur eine Theorie. Aber klingt irgendwie logisch für mich…
Also ich hoffe, dass sich das Bild noch ändert.
Und die Stadt darf natürlich nicht unerwähnt bleiben: Salamanca ist ein Wahnsinn! Das Zentrum ist eine Ansammlung von wunderschönen alten Gebäuden, aber auch außerhalb kann man sehr viele beeindruckende Kirchen, Parks oder Fassaden entdecken. Die Stadt lebt praktisch vom Tourismus und von der Uni, es gibt sehr wenig Industrie und auch nicht besonders viel Arbeit. Deshalb ist Salamanca einerseits eine sehr junge und studentische, andererseits eine sehr alte Stadt, auffallend viele Senioren leben hier. Oder vielleicht fällt mir das auch nur auf, weil die Leute hier generell mehr auf die Strasse gehen. Ich finde mich in der Stadt mittlerweile auch ganz gut zurecht, „daheim“ fühl ich zwar noch nicht, aber das hat in Wien ja auch lange gedauert. Aber hey: ich bin ja erst 2 Wochen hier, und ich habe eine WG, kenne ein paar Leute, finde mich in der Uni zurecht… also: die Basis ist gesetzt!
So, meine Lieben, das war das längst fällige Update…
Fortsetzung folgt!!
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Von der Wiener PKW sind nur Monika und ich hier, und wir haben bis jetzt nur noch 2 andere Österreicher gesehen. Leider sind viel zu viele Italiener hier auf Erasmus, langsam geht’s mir echt auf die Nerven. Die wollen dann gleich italienisch mit mir sprechen und das geht momentan gar nicht, ich verwechsle alles und will auch gar nicht auf Italienisch zurückgreifen- deshalb sag ich jetzt meistens einfach, dass ich auch aus Österreich bin. Die meisten glauben mir eh nicht, wenn ich sag ich bin aus Italien. („ Du Italienerin? Du siehst aber gar nicht italienisch aus!?“… „Ja ich lebe ganz im Norden in einem kleinen Dorf, und meine Muttersprache ist deutsch.“…„Wie jetzt, es gibt Deutsche in Italien?“… und dann kommt die übliche Erklärung der Geschichte und Südtirol-Besonderheiten… was ich ja meistens gern erkläre, aber hey… immer?? )
Nachdem der Vorsatz, ausschließlich mit Spaniern zu wohnen, bei uns beiden nicht geklappt hat, leben jetzt beide mit Erasmus- lern, allerdings ist bei Monika wenigstens ein Spanierin in der WG. Wir wohnen sehr nah (1 Minute, nur quer über die Straße) und die beiden 4-Mädl- Wgs geben einen bunten und lustigen Haufen ab. Wir haben schon ein paar durchgetanzte Nächte hinter uns, aber das ist natürlich erst der Anfang J
Und, natürlich, die UNI: Das universitäre System ist hier ziemlich anders als in Wien; relativ verschult, mit höchstmöglicher Anwesenheit, Gruppen zu 25- 50 Personen. Die Profs sind viel jünger als das Wiener Uni- Inventar, im Schnitt so 35, und meist sehr hilfsbereit. Der Campus ist zwar nicht besonders schön, aber recht gut organisiert mit Mensa (billig und essbar!!) und Cafetería, PC- Räumen und Mega- Bibliothek…
Bürokratie- mäßig geht es hier auch etwas komplizierter zu: Man muss sich in der „consejería“ (Portier) ein „sobre“ holen (Umschlag), farbig unterschiedlich je nach Studium/Fakultät. Ebenso in der „consejeria“ gibt’s die „fichas“: Das sind so kleine Zettelchen, die man dann bei dem Professor geben muss, mit allen Daten und einem Foto (damit sie uns leichter erkennen…).
Als Erasmus- Student ist man etwas hilflos und dürfte Bibliothek und Mensa genau genommen gar nicht nutzen, weil man keinen Studentenausweis bekommt, solange man keine Immatrikulation gemacht hat. Diese dürfen wir allerdings erst ab dem 15. Oktober machen… Für die Immatrikulation muss man dann zur „Secretería General“, wofür man sich aber vorher einen Termin bei der „Consejería“ ausmachen muss, der einem dann ein Mini- Zetterl aushändigt als Bestätigung (die Studenten hier müssen das Immatrikulations- Prozedere jedes Jahr machen). Sobald man in die ausgewählten Kurse immatrikuliert ist, ist kein Wechsel mehr möglich und man verpflichtet sich wohl auch die Prüfung zu absolvieren. Manche „asignaturas“ (Kurse) sind halbjährig, manche ganzjährig. Die Komilitonen sind meist sehr hilfsbereit, manche sind selber neu hier, denn „comunicacion audiovisual“ gibts hier nur im 2. ciclo, vergleichbar mit einem Masterstudium. Meine Fakultät ist relativ abseits, auf einem Campus mit der Wirtschafts- und Rechtsfakultät, ansonsten ist die Uni auf die ganze Stadt verteilt. Ich wohne etwa 20 Gehminuten vom Campus entfernt- aber ich bevorzuge es, nachts nicht weit gehen zu müssen, tagsüber ist mir’ s wurscht.
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Ich hab zum Glück sehr wenig Zeit in der Wohnung verbracht, weil ich von 9.00 bis 3.00 Uhr im Spanischkurs war (mindestens 25 Minuten Gehzeit! Mit Einberechnung meiner Orientierungsschwierigkeiten… ähm.. bis zu einer Stunde). Zwischen 3.00 und 4.00 Uhr dann Mittagessen „alla Senora“ mit den anderen 3 Sprachschülern, die bei ihr wohnten, und nachmittags WG- Suche. Auf gut deutsch: Von Telefonkabine zu Telefonkabine oder irgendwelchen anderen voll- geklebten Säulen rennen und die neuesten Angebote von den bereits vergebenen zu unterscheiden versuchen (was bei dem Zettelhaufen schwieriger ist, als man glauben könnte), unzählige Nummern anrufen, nix verstehen, noch mal nachfragen, irgendwann verstehen „Buscamos un chicOOO y no una chicAAA“ oder „ya alquilado“ (schon vergeben), und, mit viel Glück, irgendwann sogar eine „cita“ (Termin) machen und die Wohnung/das Zimmer auch anschauen. Jaaa, das für ungefähr 5 Tage… Dann war ich schon so verzweifelt bzw. genervt, dass ich mich trotz guter Vorsätze („Nur mit Spaniern wohnen“) mit einer Gruppe Erasmus- Kumpaninnen zusammengeschlossen habe und wir schließlich (durch Agentur) am Samstag in der Früh den Vertrag in der Hand hatten.
Das Ergebnis: Ich wohne mit einer Italienerin und zwei Griechinnen in einer WG in einer relativ zentralen Gasse, wir brauchen ca. 5 Minuten zum Hauptplatz „ Plaza Mayor“. Mittlerweile haben wir’s uns auch schon ganz heimelig eingerichtet und wir verstehen uns auch sehr gut. Die Art der Konversation läuft zwar von „italognol“ über „spenglish“ bis zu kreativer Gestik- Mimik- oder Lautsprache, aber es ist sehr lustig.
Ich hab auch schon am zweiten Tag hier Monika getroffen. Sie studiert ebenfalls Publizistik in Wien, allerdings schon im Master. Wir haben uns schon im Sommersemester mal getroffen, nachdem ich den Koordinator um die Namen der anderen Erasmus-ler gebeten hatte. Sie war mir damals schon sehr sympathisch, mittlerweile ist sie eine gute Freundin geworden. Ich bin echt froh dass sie hier ist, weil das Gekichere und Getue von den andern Chicks in unsrer Truppe wird mir manchmal zu viel- aber das wisst ihr ja, da bin ich sehr empfindlich…
nein, die andern Mädls sind eh auch sehr nett, nur halt manchmal mit ein bissl viel „oh“ und „ah“ und so weiter…
aber Moni „is simply the BEST“!!
… muchachos y muchachas!!
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besos españoles
